COOSPO H9Z vs. Garmin HRM 600: 35€ gegen 170€ – wer gewinnt auf dem Schotter?
Alex kauft den chinesischen Underdog für 35€. Geraldine vertraut Garmin für 170€. Nach 500 km Odenwald-Schotter, drei Regenfahrten und einem Hyrox-Wettkampf zu viel haben wir eine klare Antwort. Spoiler: Garmin hat sich endlich was getraut – aber der Preis ist frech.
Ich hab jahrelang meinen Puls am Handgelenk gemessen. Dann kam Hyrox. Dann Padel-Turniere. Dann kamen die Intervalle auf dem Gravel. Dann zeigte mir die Garmin Epix beim härtesten Anstieg am Schlossberg stolze 95 BPM – während ich nach Luft schnappte wie ein Karpfen auf dem Trockenen. Brustgurt musste her. Aber für 170€? Für einen Gurt? COOSPO H9Z für 35€, fertig.
Ich wollte den neuen Garmin HRM 600 testen weil er endlich hat was alle anderen schon lange können: Sensor abnehmen, Gurt waschen, Akku aufladen. Nach Jahren mit dem HRM-Pro Plus und seinen vier Mini-Schrauben ist das für mich ein echter Fortschritt. Ob er 135€ Aufpreis wert ist gegenüber dem COOSPO – das ist die ehrliche Frage.
Warum überhaupt ein Brustgurt?
Weil das Handgelenk lügt – zumindest wenn es intensiv wird. Optische Pulsmessung funktioniert prima bei lockerem Grundlagentraining. Sobald du Intervalle fährst, stark schwitzt oder schnelle Tempowechsel machst, hinkt der Handgelenk-Sensor hinterher. Beim Brustgurt sitzt der Sensor direkt über dem Herzen und misst elektrisch – wie ein kleines EKG. Reaktion: sofort. Genauigkeit: ±1 bpm. Wir haben den COOSPO H9Z direkt an unserem Garmin Edge 1050 getestet – funktioniert einwandfrei.
Die Kandidaten: 35€ vs. 170€
- Genauigkeit±1 bpm · 3rd Gen Sensor
- Akku50h Standby · ~32h Training · USB-C Dock
- VerbindungBluetooth 5.0 + ANT+
- WasserdichtIP67 · kein Schwimmen
- Extras5-Farb-LED Herzfrequenzzone · HRV
- Genauigkeit±1 bpm · EKG-nah
- Akku~2 Monate aufladbar
- VerbindungBluetooth + ANT+
- Wasserdicht5 ATM · auch Schwimmen ✅
- ExtrasRunning Dynamics · Offline-Speicher · HRV
Das große Garmin-Update: Endlich abnehmbar – aber zu welchem Preis?
Mit dem HRM 600 hat Garmin etwas getan was lange überfällig war: Sensor abnehmbar, Gurt maschinenwaschbar, Akku eingebaut und aufladbar. Das klingt nach Selbstverständlichkeiten – und das sind es auch. Polar und COOSPO können das seit Jahren. Garmin braucht dafür 170€.
Ich finde es bemerkenswert, dass Garmin für Features die COOSPO für 35€ mitliefert – abnehmbarer Sensor, aufladbarer Akku – einen Aufpreis von 135€ verlangt. Das ist mutig. Oder dreist. Je nach Perspektive.
Stimmt – aber der HRM 600 kann eben auch Dinge die der COOSPO nicht kann: Schwimmen mit 5 ATM, tiefere Running Dynamics, nahtlose Garmin-Ökosystem-Integration. Ob das 135€ mehr wert ist, hängt davon ab was man damit macht. Als reine Gravel-Fahrerin: ehrlich gesagt nein.
Akku-Duell: ~32h Training vs. 2 Monate – und beide mit proprietary Ladung
Wir waren ein paar Tage im Allgäu fahren. Garmin Edge dabei, Telefon dabei – aber das COOSPO-Ladedock hab ich tatsächlich fast vergessen. Gut dass es klein ist. Beim Garmin HRM 600 wäre es das proprietäre Kabel gewesen. Beide haben also eine Achillesferse – aber das COOSPO-Dock ist wenigstens Standard-USB-C am anderen Ende und passt in jede Powerbank.
Genauigkeit im Praxistest: Wann merkt man den Unterschied?
Ich hab beide Gurte gleichzeitig getragen – COOSPO und Garmin übereinander. Auf langen Grundlagenfahrten: identisch. Bei harten Intervallen am Heidelberger Schlossberg: Der COOSPO lag maximal 1–2 BPM daneben, reagierte manchmal eine Sekunde langsamer. Für 95% der Gravel-Fahrer absolut irrelevant.
Wofür zahlt man 135€ mehr?
Den HRM 600 würde ich heute nicht nochmal kaufen – weder als Gravel-Fahrerin noch als Hyrox-Athletin. Die Running Dynamics sind toll wenn man Läufer ist. Was mich interessiert: Bin ich in Zone 2 oder Zone 3? Beim Gravel, beim Hyrox-Training, beim Padel. Das kann der COOSPO genauso gut. Und er kostet 135€ weniger.
Das unterschätzte Feature: 5-Farb-LED direkt am Sensor
Das klingt nach Gimmick – ist es aber nicht. Beim Hyrox-Training oder auf der Padel-Court will ich nicht ständig auf die Uhr schauen. Das LED-System gibt sofortigen Überblick: Grün = Zone 2, Gelb = Zone 3, Orange = Zone 4, Rot = Zone 5. Kurz auf die Brust schauen – fertig. Auf dem Gravel beim Anstieg genauso praktisch. Der Garmin HRM 600 zeigt da nur ob er an ist.
Fazit: Wann lohnt sich welcher Gurt?
COOSPO H9Z für alle die Gravel fahren, Hyrox machen, Padel spielen oder einfach einen präzisen Pulsgurt wollen ohne Bankraub. Laden über mitgeliefertes USB-C Dock, ANT+ für alles, ~32h Trainingszeit pro Ladung, 5-Farb-LED, 35€. Die gesparten 135€ investiere ich lieber in neue Reifen.
Garmin HRM 600 lohnt sich wenn ihr Triathleten seid, regelmäßig schwimmt und eine Garmin Forerunner 970 habt. Für alle anderen – also für 95% die diesen Artikel lesen – ist der COOSPO H9Z die vernünftigere Entscheidung. Das sage ich als jemand der den Garmin selbst trägt.